Paradies

4. Juni 2011

Das Frischwasser in unseren Tanks war fast aufgebraucht. Deshalb mussten wir so schnell wie möglich Pulau Aur erreichen, die einzige Möglichkeit – neben der Marina in Tekek – in diesem Archipel Süßwasser zu bunkern. Auf einen Zwischenstopp auf Pulau Tinngi verzichteten wir. Auf dem ganzen Weg herrschte komplette Flaute. 5 Stunden und 30 Seemeilen motoren... Nicht gerade das, was des Seglers Herz erfreut.

Dafür wurden wir bei unserer Ankunft um so mehr belohnt: Zwei grüne Inseln, dazwischen ein Kanal mit türkisblauem Wasser und weißen Sandstränden auf beiden Seiten. Dekoratives Extra auf beiden Inseln waren Felsen, die nach einer Besteigung geradezu zu schreien schienen.

Wir nahmen eine Mooring im Kanal nahe Pulau Dayang, der kleineren der beiden Inseln. Sie lag verdammt nah an den Felsen der Insel. An ihrer Boje und an ihrem Tau war aber schon ein kleines Korallenriff gewachsen, sie musste sich also schon länger hier problemlos gehalten haben.

Es lag noch ein weiteres Segelschiff hier, die SY Conversations. Alex und ich fuhren mit dem Dinghy zu ihnen, in der Hoffnung, dass sie uns etwas über diese Insel erzählen und uns Tipps geben könnten. Wir wurden prompt auf ein Bier eingeladen.
Skipper Cress und seine Crew waren unterwegs von Singapur nach Neuseeland. Segeltechnisch verfügten sie natürlich über wesentlich mehr Erfahrung als wir, aber über das Tioman-Archipel konnten wir ihnen einige Tipps geben. Für den Abend verabredeten wir einen Gegenbesuch auf unserem Schiff. Leicht beschwippst von dem frühen Alkoholkonsum fuhren wir zurück.

Die anderen waren währendessen schon zum zum Strand geschwommen. Der war einfach traumhaft. Weißer Sand zwischen grauen Felsen und dahinter grüne Palmen. Inés fand sogar das Gehäuse eines Nautilus im flachen Wasser.

Ungelöst war aber nach wie vor die Frage, wo wir Wasser tanken konnten. Ich fuhr mit dem Dinghy zum Kampung auf die andere Seite des Kanals. Hier gab es zwei Läden, in denen man Grundnahrungs­mittel kaufen konnte. Fleisch oder Obst gab es nicht. Zumindest bekam ich aber eine Auskunft, woher wir Wasser bekämen. Der Ponton sollte am anderen Ende des Kanals liegen. Dort fand ich ihn auch. Ich diskutierte mit dem Chef bezüglich des Preises für unseren Bedarf von knapp 500 l Wasser. Von unverschämten 150 RM konnte ich ihn auf 100 RM herunterhandeln, das war aber hier immer noch ein kleines Vermögen. Er wusste aber natürlich, dass er hier ein Monopol hatte.

Reisetipps

Dreamz Island Resort - ein wohl ziemlich heruntergekommenes Resort auf Pulau Tinggi. Wir haben es uns lieber nicht angeschaut.