Business as unusual

2. Mai 2009

Als wir in den Bus zum Flugzeug steigen wollten, wies uns der Typ am Ausgang des Gates erstmal zurück, wir sollten noch warten. Irgendwann waren bis auf sieben Leute alle Passagiere in Bussen verstaut, für uns Zurückgebliebene kam ein Extra-Bus. Für die Passagiere der Business Class wurde der wohl nochmal um 10 Grad kälter klimatisiert, auf gefühlte 0 Grad, trotz meines Rollkragenpullis.

Unsere Sitze waren eineinhalb mal so breit wie die der Economy und nach vorne doppelt so lang. Mit den Füßen konnte ich den Sitz vor mir nicht erreichen. Trotzdem habe ich im Laufe des Fluges bewiesen, dass man auch diesen riesigen Fußraum vollständig mit Unordnung verwüsten kann. Die Sitze sind elektrisch verstellbar, von aufrecht sitzend bei Start und Landung bis fast ganz flach zum Schlafen. Wir wurden mit allerlei nützlichen und noch mehr unnützen Dingen überhäuft, einem kompletten Kulturbeutel, einem T-Shirt und Kopfhörern in Luxusausführung. Alles also, was den Rucksack des Backpackers gleich zu Beginn der Reise unnötig schwer macht.

Zur Begrüssung bot uns die Stewardess Wasser, Sekt oder frisch gepreßten Orangensaft an. Wir waren etwas verwirrt, schon vor dem Abheben etwas zu Trinken zu bekommen und außerdem fragten wir uns für einen kurzen Augenblick, ob wir als Eigentlich-Economy-Passagiere dafür nicht gesondert bezahlen müssten.

Nach dem Abheben gab es Wein, aus echten Gläsern, und eine Vorspeise mit echtem Besteck. Al Kaida fliegt wohl nicht Business Class. Bevor die Hauptspeise gereicht wurde – natürlich auf Porzellan – bekamen wir noch eine kleine Tischdecke auf den Klapptisch. Das Essen war lecker und der Wein exzellent. Leicht betüddeld schlief es sich dann noch besser. Gerne hätte ich mal hinten in der Economy geschaut, wer sich jetzt auf dem ursprünglich gebuchten Platz 25K befindet...


Cebu City

Der Flughafen von Cebu ist nach Manila der zweitgrößte der Philippinen. Wie wenig das heißt wurde uns klar, als unser Flugzeug vor dem Terminal zum Halten kam. Der Pilot entschuldigte sich erstmal, dass es wohl noch dauern könnte. Man hatte ihm eine Parkposition zugewiesen, die für unsere Boing 474 nicht wirklich ausgelegt war...

Nachdem wir unser Gepäck hatten und die Einreiseformalitäten ledigt waren, ersparten wir uns jegliche Diskussion mit den Taxifahrern und anderen Abzockern, wir hatten schon vorher den Transfer vom Hotel gebucht. Damit der Kulturschock nicht gleich am ersten Tag allzu groß ist, gönnten wir uns erstmal ein recht gutes Hotel. Allerdings lag es etwa 30 Minuten vom Flughafen entfernt und es war schon reichlich spät, als wir dort ankamen. Für die meisten geplanten Besorgungen blieb so keine Zeit mehr, nur Geld konnten wir noch abheben. Die Beschaffung einer philippinischen Handy-Karte und der Geldwechsel mussten bis morgen verschoben werden. Dafür genossen wir den Pool und die Aussicht über die Stadt.

Reisetipps

Marco Polo Plaza Hotel - Edles Hotel mit großen Zimmern und schönem Pool. Ca. 30-45 Minuten vom Flughafen entfernt. Abholung von dort kann gebucht werden, ist aber teuerer als die regulären Taxis und eigentlich nicht notwendig. Ab 4900 PHP pro Zimmer pro Nacht inklusive einem riesigen Frühstücksbuffet.