Puerto Princesa

3. Mai 2009

Am nächsten Tag hatten wir einen Inlandsflug nach Palawan, einer großen Insel im Südwesten der Philippinen. Ich hatte dank des Jetlags nur zwei Stunden geschlafen, war aber trotzdem putzmunter und fiel gierig über das Frühstücksbuffet her. Das Hotel ist wohl eher auf asiatisches Klientel eingerichtet, dementsprechend gab es Sushi und Nudelsuppe zum Kaffee. Und zwei Waffeln mit Mango als Nachtisch. Bei 6 Stunden Zeitverschiebung was es ja quasi fast noch Abendessenszeit!

Auf dem Weg zum Flughafen baten wir den Fahrer, kurz an einem Geschäft zu halten, bei dem wir eine philippinische Prepaid-SIM-Karte erwerben konnten. Die Typen verlangten 80 PHP (1,30 Euro), nachdem ich erwähnt hatte, daß auf der Packung aber 40 PHP stehen, dann doch nur noch 60, naja, wollen wir mal nicht so genau sein. Karten zum Aufladen des Guthabens hatten sie seltsamerweise nicht, das wurde aber gelöst, indem mir der Chef von seinem Guthaben etwas transferierte, dass ist hier einfach per SMS (?) möglich.

Am Flughafen ging es – zumindest für asiatische Verhältnisse – erstaunlich geordnet zu. Am Check-In neben uns mussten sich auch die Passagiere auf die Gepäckwaage stellen. Es war offensichtlich ein Flug mit einer kleineren Maschine, bei der es auf jedes Kilo ankommt.

Nach Puerto Princesa, der Hauptstadt der Provinz Palawan, brachte uns die Cebu Pacific, eine Fluggesellschaft, die zwar unschlagbar günstige Preise hat, es aber nicht fertig bringt, ein funktionierendes Online-Buchungssystem hinzubekommen. So hatten wir zu den 10 Euro, die der Flug kostete, nochmal 10 Euro einem philippinischen Reisebüro gespendet, das dankenswerter Weise die Buchung dann erledigt hat. Hoffentlich haben die bessere Flugzeugmechaniker als Webmaster...

Der Flughafen von Puerto Princesa besitzt immerhin ein einzelnes Gepäckband, das aber nur durch gelegentliches energisches Anschubsen – oder besser gesagt antreten – zur Mitarbeit überredet werden konnte. Vor dem Flughafen standen etliche Tricycles, mit denen man sich zu seinem Guesthouse oder zum Busbahnhof bringen lassen könnte. Anfangs wollten sie noch 200 PHP für letztere Strecke, je weniger Opfer Touristen noch warteten, um so mehr ging der Preis jedoch herrunter. Wir wurden von einem Typen angesprochen, der uns einen Special Ride direkt nach Sabang anbot, in einem erstaunlich neuen Geländewagen. Den offiziellen Preis von 3500 PHP konnten wir auf 3000 PHP drücken. Offiziell heißt in diesem Zusammenhang: Festgelegt von der jeweiligen Transport Association, böse Zungen nennen sie auch Transportmafia. Auf vielen Routen in Asien gibt es diese Kartelle, die feste Preisabsprachen treffen und Fahrer, die zu Preisverhandlungen mit den Passagieren bereit sind, teilweise gewaltsam Abmahnen. Nochmal günstiger wurde es für uns, weil wir zwei ziemlich planlose Finnen fanden, mit denen wir den Fahrpreis teilten. Den Beiden verdankten wir aber eine Stadtrundfahrt mitten im Berufsverkehr, weil sie erst kurz vor dem Ortsausgang bemerkten, dass sich die einzigen zwei Geldautomaten, die es auf Palawan gab, hier in Puerto Princesa befanden.

Reisetipps

Geldautomaten - die einzigen zwei (gerüchteweise drei) auf ganz Palawan befinden sich in Puerto Princesa. Unbedingt die Bargeldvorräte hier oder am besten schon vorher auffrischen, denn ob sie funktionieren ist nicht immer sicher. In besseren Resorts werden Kreditkarten akzepiert (teilweise bis 10% Aufschlag), sonst ist nur Bares Wahres!

Einen Special Ride nach Sabbang - d.h. den kompletten Jeep mit 4-6 Plätzen gibt es für 3500 PHP oder – je nach Verhandlungsgeschick – auch weniger. Fahrer warten vor dem Flughafen.

Cebu Pacific - philippinische Billigfluggesellschaft mit teilweise extrem günstigen Angeboten. Eine Online-Buchung mit einer europäischen Kreditkarte ist meist nicht möglich. Buchungen über ein philippinisches Reisebüro sind aber problemlos, ich kann auf Nachfrage einen Kontakt vermitteln.
Nachtrag: Seit März 2010 steht die Airline auf der schwarzen Liste der Europäischen Union – wie auch alle anderen philippinischen Fluggesellschaften. Außerdem scheinen sich Verspätungen extrem zu häufen. Bei Anschlussflügen ist unbedingt ein großzügiger zeitlicher Puffer einzuplanen, da man als Passagier keinerlei Ansprüche bei Verzögerungen hat.