Pfad der Affen

5. Mai 2009

Als unser Boot wieder aus der angenehm kühlen Höhle des Underground Rivers hinausfuhr, prallten wir auf die schwüle tropische Hitze wie auf eine Wand. Trotzdem wollte ich nicht mit dem Boot zurück nach Sabang, sondern zu Fuß über den ca. 5 km langen Monkey Trail durch den Dschungel des Nationalparks. Die allermeisten anderen Touristen interessieren sich nicht für den Weg, uns ist – bis auf ein paar einheimische Arbeiter – niemand unterwegs begegnet. Wenn man nicht den ganzen Weg in der tropischen Hitze gehen will, dann empfehle ich, sich zumindest die ersten 500 m anzuschauen. Der Pfad führt hier über Holzstege und -treppen zunächst durch ein Sumpfgebiet (Insekten-Repellent nicht vergessen, sonst wird man von Mücken zerfressen!) und dann recht steil hinauf zwischen eindrucksvollen Felsen hindurch.

Nach diesem ersten steilen Anstieg geht es einige Zeit auf Betonstufen wieder bergab, bis nach etwa 800 m links der Jungle Trail abzweigt. Bei unserer Reise im Mai 2009 lag der Wegweiser einige 10 m vor der Kreuzung, ich denke aber, dass dies schnell beseitigt ist. Auf unserem Weg kam uns ein Typ mit Kettensäge entgegen und ich fragte mich, was der damit wohl im Nationalpark macht. Einige Zeit später folgten aber noch einige Arbeiter, die Holzbalken auf der Schulter hatten, die offensichtlich zur Ausbesserung der Geländer des Weges bestimmt waren. Noch etwas später kamen wir an die Stelle, die zu Beschaffung dieses Baumaterials dienen musste, direkt neben dem Pfad war ein Baum gefällt worden und sein Holz gleich vor Ort zu den passenden Brettern zurechtgesägt worden. Was auch immer man davon halten soll, hier Bäume zu fällen...

Es gibt dann noch zwei weitere, nicht so krasse Anstiege, bis man schließlich an einem Strand herauskommt, auf dem sich etliche Einsiedlerkrebse tummeln. Hier ist Kilometer-mäßig etwa die Hälfte geschafft, der Weg wird aber einfacher und weil das Meer immer in der Nähe ist, weht ab und zu mal ein kühlender Wind. Landschaftlich ist dieser Abschnitt etwas unspannender, dafür sahen wir einige Affen, die lärmend in den Bäumen herumturnten. Die Schlange, die sich auf dem Weg sonnte hatte leider mehr Angst vor uns als wir vor ihr und flüchtete, bevor wir näher kommen konnten.


Kurz vor unserem Hotel mussten wir noch eine letzte Schwierigkeit überwinden: Die Brücke über einen Fluß war schon seit längerem nicht mehr existent und es fühlte sich niemand dazu berufen, eine neue zu bauen. Wegen der Regenfälle der letzten Tage war das Wasser recht hoch, aber in der Brandungszone gab es eine Sandbank, über die man ganz gut hinüberwaten konnte, auch wenn das Wasser bis zum Bauch ging oder, wenn man nicht auf die Wellen achtete, noch höher. Wir erreichten unser Hotel gerade noch rechtzeitig, bevor es man wieder einen kräftigen Regenguss gab.

Reisetipps

Monkey Trail: Gut ausgebauter Pfad, meistens Holz- oder Betontritte, teilweise an der Küste entlang. Länge: 4,8 km, 2 größere Anstiege, wenn man sich noch nicht an das tropische Klima gewöhnt hat nicht ganz unanspruchsvoll. Angeblich benötigt man 2-2,5 Stunden; wir haben fast 3 gebraucht.
Jungle Trail: Zweigt nach einiger Zeit vom Monkey Trail ab und führt später wieder auf ihn zurück. Unbefestigt, wenn es geregnet hat nicht zu empfehlen. Obwohl er nur 100 m länger ist, sind 30 Minuten mehr zu veranschlagen als für den Monkey Trail.