Inselhüpfen

8. Mai 2009

Nach der Mangroventour frühstückten wir mit Julia und Iwan, einem österreichischen Pärchen, das wir tags zuvor auf der Banka aus Sabang kennen­gelernt hatten. Sie hatten gestern mit den Boatsmen eine Inselhopping-Tour ausgemacht und über­redeten uns mitzukommen. Obwohl wir eigentlich einen ruhigen Tag ohne weitere Aktivitäten geplant hatten, sagten wir zu. Ein tschechisches Paar war ebenfalls mit von der Partie. Nachdem wir ein paar Sachen gepackt hatten, trafen wir uns am Strand.

Wir bummelten gemütlich durch Port Barton und unsere Mitfahrer kauften noch etwas Obst. Gerüchteweise gibt es hier irgendwo gut versteckt eine Touristeninformation, ob die aber schon jemals einen Ausländer gefunden hat? Organisiert wird eigentlich alles an einer Bude etwa in der Mitte des Strandes, neben einem Abwasserkanal kleinen Bach. Gestern hatten wir die herumsitzenden Männer noch abgewimmelt, weil wir dachten es seien die üblichen Touts. Es waren aber tatsächlich die Boatsmen.
Iwan hatte uns in der Früh noch einen Preis von 500 PHP pro Person für unseren Ausflug genannt, was wir als durchaus angemessen erachteten. Wir hatten inzwischen noch zwei Damen aus Schweden aufgegabelt, waren also schon insgesamt 8 Personen und man einigte sich auf insgesamt 2000 PHP für das Boot. Dabei kommt es nicht etwa auf die Dauer der Fahrt an, ob die Herren 6 Stunden oder 8 Stunden unterwegs sind, ist ihnen herzlich egal. Wie weit gefahren wird ist wichtig, Sprit ist hier der entscheidende Kostenfaktor. Mir war das zu dem Zeitpunkt so nicht bewusst – Iwan sehr wohl und deshalb legte er im vorhinein die Route zusammen mit dem Kaptän fest.

Unser Boot warf den Anker an einer Stelle, die uns als Aquarium Reef gepriesen worden war und wir gingen schnorcheln. Unter Wasser gab es aber außer von Dynamit-Fischerei zerbombten Korallen wenig zu sehen und recht schnell fuhren wir wieder weiter.

Der nächste Halt war ein absoluter Traumstrand, mit Sitzgelegenheiten unter Bäumen und Palmen. Angeblicher Name: German Island. Woher der stammte war uns nicht ganz klar, vielleicht von der gegenüberliegenden Insel. Denn dass die einem Deutschen gehörte war unschwer zu sehen – ein Zaun umrundete die ganze Insel. Unser Boot ließ uns für etwa eine Stunde alleine und lieferte die beiden Mädels auf der nächsten Insel ab. Ohne allzugroße Erwartungen stürzten wir uns mit Maske und Schnorchel in die Fluten, wurden aber positiv überrascht. Recht intakte Korallen, viele Fische!

Nach einiger Zeit wurden wir neugierig, ob dies denn schon der Höhepunkt unseres Ausflugs sei und wir baten unsere Boatsmen, unseren nächsten Halt, Exotic Island, anzusteueren. Nachdem wir angekommen waren stürzten wir uns gleich ins Wasser und hier war es noch viel schöner, als an unseren vorherigen Stopps. Leider trug das viele Schnorcheln dazu bei, dass sich mein Sonnenbrand weiter verschlimmerte. Ich musste unbedingt aus der Sonne. Am Strand standen einige Beweis­stücke, was man mit echtem Recycling-Willen erreichen kann. Leider nicht so wirklich bequem, aber extrem praktisch!

Uns wurde alsbald langweilig und die Ameisen am Strand hatten Inés zum Fressen gerne (sehr verständlich!), wir wollten weiter. Die Schweden-Mädels mussten hier aber unbedingt weiterhin ihre Bräune pflegen und auch Julia und Iwan gefiel es sehr gut, so dass wir nur zu viert zu unserem ausgemachten letzten Stop, dem Blue Cove Resort aufbrachen. Ein Südsee-Traum empfing uns, an einem fast weißen Strand gab es ein hübsches Restaurant. Leider fand etwas abseits gerade eine Müllverbrennung statt und der Rauch nervte doch etwas. Aber die Location hier ist wirklich absolut klasse! Das Essen dauerte zwar etwas und wir fragten uns schon, ob es über dem nach Plastikverbrennung riechendem Feuer zubereitet würde. Aber es war hervorragend!

Beim Ablegen aus diesem Paradies setzte das Schiff auf einer Koralle auf, aber weil wir anschließend einfach weiterfuhren tat mir erstmal nur die Koralle leid, die wir da wohl beschädigt hatten. Kurze Zeit später aber hielten wir an. Die Boatsmen öffneten eine Klappe, die in den Bauch unseres Schiffes führte und zogen neben etlichem Werkzeug auch eine Ersatzschraube heraus. Diese wurde dann gegen das Original ausgetauscht. Die ursprüngliche Schraube hatte zwar scheinbar nur ein paar Kratzer, aber vermutlich war sie stark verzogen. Na super. Für die Boatsmen hat sich der heutige Tag sicher nicht gelohnt, denn so eine Schraube ist verdammt teuer. Wir gabelten die Anderen von Exotic Island auf und erreichten ohne weitere Zwischenfälle Port Barton.

Am späteren Nachmittag besuchten wir noch den erstaunlich gut ausgerüsteten Supermarkt von Port Barton. Wir brauchten unbedingt Nachschub für unseren Krieg gegen die Moskitos, Inés brauchte neue Flip-Flops und natürlich Kekse! Auf dem Rückweg begaben wir uns ins Internet-Cafe der Summer Homes, aber viel mehr als Mails abrufen war wegen der Geschwindigekit nicht drin. Vermutlich werden die Bits und Bytes irgendwo zwischen Port Barton und Puerto Princesa auf Rauchzeichen umgesetzt. Zwischendurch verwirrte uns auch noch eine Oma, die völlig perplex in den Raum steuerte und uns panisch von einem Taifun erzählte, der angeblich auf uns zusteuern würde. Ok, wie wir einige Tage später erfuhren hatte sich tatsächlich ein tropisches Tiefdruckgebiet über dem südchinesischen Meer gebildet, dass das Zeug hatte, zu einem ausgewachsenen Taifun zu werden. Ehe es so weit kam entschloss sich Chan Hom dann dankenswerterweise, Richtung Osten abzudrehen, über Manila hinwegzufegen und uns anständigerweise in Ruhe zu lassen.

Reisetipps

Island-Hopping Boot für 2-4 Personen 1000 PHP, für 8-10 Personen 2000 PHP. Den ganzen Tag, ist aber stark von Angebot, Nachfrage und Verhandlungsgeschick abhängig...

Blue Cove Resort - auf jeden Fall einen Tagesausflug wert. Übernachtung möglich, siehe Website.