Das Nest

9. Mai 2009

Wir mussten mal wieder um 5:30 Uhr aufstehen, denn unser Boot nach El Nido sollte um 6 Uhr ablegen. Die unchristlichen Zeiten machen aber durchaus Sinn, denn in der Früh ist das Wetter meistens besser und das Meer ruhiger. Von unserem Guesthouse gab es Frühstückspakete und als es dann auch das französische Pärchen aus dem Bett geschafft hatte, konnten wir mit etwas Verspätung losfahren.

Nachdem wir die Bucht von Port Barton verlassen und noch zwei weitere Passagiere auf Blue Cove Island aufgesammelt hatten, ging es eine zeitlang entfernt der Küste durch eine größere Bucht dahin. Das Wetter war ruhig und das Boot so groß, daß auch bei schlechteren Bedingungen niemand naß geworden wäre. Zweimal tauchten etwa fußballgroße Objekte für kurze Zeit aus dem Wasser auf und ich hätte schwören können, Köpfe erkannt zu haben. Tatsächlich bestätigte einer der Bootsmänner, daß es Schildkröten waren.

Nach knapp 5 Stunden Fahrt landete unser Boot am Corong-Corong Beach, ca. 3 km außerhalb von El Nido, denn hier steht das zweite Greenviews Resort neben Port Barton. Wer in die Stadt wollte, wurde auf Tricycles verteilt. Wir hatten hier eine Hütte reserviert, in der aber gerade noch geputzt wurde. Dazu reichte nicht nur eine Person, sondern vier oder fünf Damen wuselten in dem kleinen Raum herum. Zumindest konnten wir unsere Rucksäcke schon mal unterstellen. Wir gönnten uns eine kalte Cola an der Bar mit perfekter Aussicht. Leider war der Strand nicht so schön. Nachmittags holten wir erstmal den heute früh versäumten Schlaf nach.

Gegen 16 Uhr brachen wir auf, um El Nido zu erforschen. Wir nahmen ein Tricycle für die knapp 3 km in die Stadt. Inés musste sich an diese Art der Beförderung allerdings erst noch gewöhnen...

Wir bummelten durch die kleine Stadt und am Strand entlang. Sie liegt in einer Bucht, die an beiden Seiten von Felswänden flankiert wird. Diesen zerklüfteten Felsen verdankt sie auch indirekt seinen Namen, denn hier brüten Schwalben und deren Nester gelten in China als ausgesprochene Delika­tesse. Sehr wiederlich. Wenigstens bestehen die Nester nicht wie bei unseren Schwalben aus Schlamm sondern nur aus Speichel. Von diesen Nestern hat das Dorf seinen Namen, El Nido heißt Das Nest.

Der Strand und die dortigen Unterkünfte sind nicht so schön und wir waren ganz froh, etwas außerhalb zu wohnen. Dafür ist der Blick in die Bucht und die vorgelagerten Inseln umwerfend. Auch El Nido selber hat seinen Charme, kleine Gassen voller Menschen und Tricycles, nur selten ein Auto. Auch hier gibt es Strom erst ab 18 Uhr, denn der neue Generator, der rund um die Uhr Energie liefern könnte, ist zwar angeblich schon seit Monaten hier, nur das Generatorhaus steht noch nicht. Wirklich zu stören scheint das keinen, man hat entweder ein eigenes Aggregat, Solarzellen oder die Laptop-Batterie muss für unter tags reichen.

Wir begaben uns in das Art Café, das gewisser­maßen die inoffizielle Touristeninformation von El Nido ist. Hier kann man Ausflüge, Busse und Flüge buchen. Wir wollten hier ebenfalls Ausflüge buchen, das ist zwar etwas teurer als bei anderen Anbietern im Ort, aber hier hat man einen Namen zu verlieren, wenn man keine Qualität bietet. Für heute begnügten wir uns aber mit einem Bier und einem Snack.

Zurück ins Greenviews Resort fuhren wir wieder mit dem Tricycle und verbrachten dort noch einen lustigen Abend. Nachdem uns eine etwas verplante Deutsche überschwänglich begrüßt hatte, während wir auf unserer Terrasse saßen, stellten wir erstmal klar, dass wir nicht mehr das gleiche Pärchen sind, dass hier gestern noch gewohnt hatte. Trotzdem verabreden wir uns an der Bar. Irgendwann waren wir eine bunte Truppe: mehrere Deutsche; ein Amerikaner, der sich am Auspuff seines Mofas kräftig das Bein verbrannt hat; zwei Kanadierinnen, die eine schwer gezeichnet von einer Klettertour in den messerscharfen Felsen über El Nido (die wollte ich auch machen, aber das lassen wir dann doch lieber); der anderen war es wohl nicht genug, dass an der Bar Musik lief und nebenher der Fernseher – sie holte auch noch ihren iPod samt Aktivboxen. Leicht beschwipst (zumindest ich) verließen wir die Bar um – ja wann eigentlich? – ich weiß es nicht mehr...

Reisetipps

Banka vom Greenviews Resort - ab 6 bis 12 Personen pro Person 1200 PHP. Ab 8 Personen sollte es angeblich einen Discount von 200 PHP geben und wir waren letztendlich zu neunt, aber bei dem super Schiff war es mir zu peinlich, wegen nichtmal 4 € rumzutun.

Greenviews Resort El Nido, Tel.: +63-921-5861442 - nicht in El Nido selber sondern ca. 3 km entfernt am Corong-Corong Beach. Nicht ganz so nett wie das Greenviews in Port Barton, aber sicher schöner als die meisten Unterkünfte, die wir in El Nido gesehen haben. Auch der Strand ist schöner. Freundlichder Service, nicht ganz so professionell wie in Port Barton, aber die gleiche, exzellente Küche. Ca. 1600 PHP für eine Hütte pro Nacht. In die Stadt kriegt man unter tags problemlos ein Tricycle für 20 PHP. Zurück mit etwas Verhandlungsgeschick 30 PHP, nachts vermutlich etwas mehr.

Art Café, Tel.: +63-906-2551020, Email: elnidoboutique@yahoo.com - Informationszentrum, Souvenirladen, Internet-Café und Restaurant in einem. Geführt von einer Schweizerin. Ob man hier buchen soll oder bei den etwas günstigeren anderen Anbietern, daran scheiden sich die Geister. Ich kann dazu leider keine Empfehlung geben, denn für Ausflüge hatten wir in den folgenden Tagen unser eigenes Boot. Die Rückfahrt nach Puerto Princesa haben wir allerdings hier gebucht. Ob dies oder mein beharrliches Auftreten dazu geführt hat, dass wir uns auf unsere drei Sitze nicht zu viert quetschen mussten, weiß ich nicht.

Die Preise für Unterkünfte sind in El Nido allgemein etwa 1,5 mal so hoch wie sonst auf Palwan!