Islandhopping C

14. Mai 2009

Heute gingen wir auf unsere dritte Island-Hopping-Tour, auf der wir vor allem Matinloc Island erforschten. Diese Insel liegt über 10 km vor der Küste und ist die größte hier in der Bucht.

Nach etwa einer Stunde Fahrt zwischen den traumhaften Inseln der Bacuit Bay ankern wir an einer steilen Küste. Der schmale Durchgang in den Felsen war kaum zu erkennen. Er war keinen Meter breit, aber nachdem wir hindurchgeschwommen waren öffnete sich eine kleine Lagune, an deren nördlichen Ende sich ein kleiner Sandstrand befand - der Secret Beach. Fische gab es kaum, aber das Wasser war sehr klar und wir machten einige Unterwasseraufnahmen von uns (siehe "weitere Bilder" unten).

Die nächste Station - Star Beach auf Tapiutan Island - war leider ziemlich vermüllt. Plastikflaschen und sonstiger Unrat waren nicht nur am Strand angespült, sondern auch unter Wasser immer wieder zu bewundern. Und die Korallen waren tot. Unsere Boatsmen verstanden nicht, dass wir es hier nicht so toll fanden - oder wollten es nicht verstehen. Hinter dem Strand gab es eine Ruine und hier trafen sie sich wohl mit Kollegen. Wir drängten trotzdem auf die Weiterfahrt.

Nur ein paar 100m weiter landeten wir auf Matinloc Island. Hier zeigten uns unsere Boatsmen einen "Shrine", eine Mischung zwischen Kirche und Tempel, die deutsche Übersetzung "Schrein" passt hier nur unzureichend. Man baute eine komplette Pilgerstätte: Eine Art Tempel, ein Museum und ein Gebäude für die hohen Geistlichen. Im Inneren sieht man Betten, Sofas und es gibt einen Schacht, in den mal ein Aufzug eingebaut werden könnte.

Unsere Boatsmen schien der Ort viel zu bedeuten, dementsprechend versuchten wir, uns respektvoll zu verhalten. Wir wurden gebeten, Schuhe zu tragen (Flipflops waren ok), den Steg für die Würdenträger betraten wir nicht und in dem "Museum", einer unterirdischen Kammer, laßen wir von den Wundern, die hier angeblich geschehen waren. Mit einem unserer Begleiter stieg ich dann noch über messerscharfe Klippen zu einem Gipfelkreuz. Ich eher aus bergsteigerischen, ehrgeizigen Gründen, weniger aus religiösen.

Anschließend fuhren wir um Matinloc Island herum und machten Mittagspause am Cacbantang Beach.

Nächster Stopp war Simizu Island, hier waren wir auch schon auf unserer ersten Bootstour schnorcheln. Diesmal warfen wir aber an einem Strand etwas weiter nördlich den Anker. Das Schnorcheln hier war einfach fantastisch. Erst entdeckte ich im Flachwasser einen Schwarm Jungfische, die sich bewegten, wie ein einziger Organismus. Dann - ich schnorchelte gerade an der Riffkante - kam plötzlich ein großer Fisch direkt auf mich zugeschwommen. Ich hatte noch nie einen Fisch gesehen, der nicht stillgehalten und auf seine Tarnung vertraut hätte oder vor mir geflüchtet wäre. Manchmal verlassen Clownfische kurz ihr Anemone, um kurze Scheinangriffe Richtung Taucher zu schwimmen, aber die sind nur ein paar Zentimeter lang, der Fisch, der auf mich zukam, war mehr als einen halben Meter lang! Sein Maul war leicht geöffnet und es sah so aus, als hätte er nurmehr einen einzelnen Zahn. Er schwamm seelenruhig an mir vorbei, als existierte ich nicht, und verschwand wieder im Blau des Ozeans. Natürlich war genau in diesem Moment die Speicherkarte meiner Unterwasserkamera fast voll. Ich hatte gerade noch Glück, diesen Titanen-Drückerfisch auf den letzten MBytes einfangen zu können.

Auf dem Weg in Richtung des flacheren Wassers löschte ich noch ein paar ältere Bilder, um wieder Platz auf der Speicherkarte zu bekommen. Das war auch gut so, denn ein großer Fischschwarm schwamm im flachen Wasser. Ich weiß leider nicht, was für Fische das waren und vor allem, was haben sie hier im flachen Wasser gemacht? Es waren bestimmt 100 Stück, jeder von ihnen 15 cm groß.

Unser letztes Ziel heute war ein kleiner Strand auf Entalula Island. Manchmal soll es hier Schildkröten geben und wir sahen auch ihre Spuren im Sand, aber von den Tieren ließ sich niemand blicken. Dafür lebten zwei Warane in Höhlen im Felsen hinter dem Strand. Im Gegensatz zu den Waranen am Underground River, die an die Touristen gewöhnt sind, waren die hier recht scheu. Das ist aber auch gut so, denn die Biester können kräftig zubeißen. Zwar produzieren sie kein Gift, aber da sie es mit der Zahnhygiene nicht sonderlich genau nehmen, haben sie eine größere Bakterienzucht in ihrem Maul. Ihre Bisse führen deshalb oft zu ekelhaften Entzündungen.

Während wir den Strand erkundeten war einer unserer Boatsmen in eine Kokospalme gestiegen, um ein paar Kokosnüsse zu ernten. Sie wurden für uns geöffnet, wir tranken das Kokoswasser und aßen das junge Fleisch. Es schmeckt säuerlicher als das reifer Kokosnüsse und ist viel saftiger.

Wir blieben noch einige Zeit an diesem Strand, erforschten den witzigen Felsblock an der Küste und unsere Boatsmen schlugen Purzelbäume in die Wellen...