Nichts

20. November 2006

Heute verlassen wir Südafrika und überqueren die Grenze nach Namibia bei Vioolsdrift. Zuvor gab es aber noch ein kleines Problem mit unserem geliebten Landy. Das wir ihn gestern völlig ungenutzt und nicht weiter beachtet hatten (außer, wenn es mal ein Bier zu öffnen gab!) quittierte er damit, dass er sich weigerte, anzuspringen. Laut Gordon nur ein Problem mit der Batterie, Axel wollte mit Rat und Tat beistehen, aber Gordon ließ sich nicht helfen. Der löste das Problem – wie auch immer – mit Hilfe der Leute des Campingplatzes. Mit einer knappen Stunde Verzögerung ging es los.

Die Einreise nach Namibia war einfach. Ein kurzer Frage­bogen, ein freundliches Hello, how are you? zum Grenz­beamten, ein Stempel in den Paß – fertig. Für Gordon war es nicht so einfach, er muss den Landy über die Grenze bringen und nachdem er den nicht genau dort zum stehen gebracht hatte, wo es die Grenzbeamten wollten, waren sie wohl ein bisschen beleidigt und zickten etwas herum.

Einige Kilometer hinter der Grenze hielten wir an einem Laden, um unsere Vorräte aufzufüllen. In dem Laden gab es alles, Semmeln und Autoersatzteile, Konserven und Werkzeug, Getränkedosen und chinesische Billigarmband­uhren, in der Ecke stand eine in Plastikfolie verschweißte, nagelneue Matraze. Der Biervorrat für die nächsten Tage wurde gesichert. Rund um den Laden standen einige (zumindest in europäischen Augen) ärmliche Hütten.


Gegen halb elf hielten wir – mitten im Niemandsland. Gordon sagte uns, dass wir auf einer kleinen Wanderung die Wüste kennenlernen sollten. Jeder für sich selber. Ich bin niemand, der an Übersinnliches glaubt und ich verspürte nichts spirituelles oder dergleichen. Trotzdem war es ein bewegendes Erlebnis. Allein. Der Wind als einziges Geräusch. Kaum etwas bewegt sich. Eine brennende Sonne, aber keine erdrückende Hitze. Der Schweiß verdunstet in der Trockenheit sofort und kühlt. Wenn man genug zum Trinken hat. Eine Ziege hatte das Glück offenbar nicht. 45 Minuten können sehr lang sein. Zu Hause nur, wenn man sich langweilt. Die Langeweile war hier fern, trotzdem kam es mir wesentlich länger vor, bis wir schließlich wieder alle an unserem Landrover waren...