19. November 2011
Ich war über die Verzögerung der vergangenen Nacht gar nicht unglücklich. Fahrplanmäßig wären wir schon um 4:10 Uhr in Tupiza angekommen. Auch wenn mir das Hotel dort versichert hatte, dass es kein Problem gewesen wäre, die drei Blocks vom Bahnhof um diese Uhrzeit zu laufen, hätte ich dennoch für die angebrochene Nacht bezahlen müssen. So schlief ich ganz gut in den durchaus gemütlichen Sitzen des Zuges. Außerdem fuhren wir den letzten Teil der Strecke bei Tag. Zwar trübte zusätzlich zum Staub und Regen des vergangenen Tags (an der Außenseite der Fenster) jetzt Kondenswasser (an ihrer Innenseite) die Sicht. Trotzdem schöner als in der Nacht!
Das Einchecken war etwas problematisch, da man an der Rezeption nur Spanisch sprach und auch nicht gewillt war, sich auf ein Gespräch mit Händen und Füßen
einzulassen. Schließlich klappte es dann doch und ich konnte in meiner habitación
ein bisschen Schlaf nachholen.
Bei der Agentur in meinem Hotel buchte gleich für den heutigen Tag einen soganannten Tupiza-Triathlon
. An einem Tag eine Zusammenfassung aller Haupt-Aktivitäten, die man in der Umgebung unternehmen kann: Eine Fahrt mit dem Jeep, auf einem Pferd durch die Wildwestlandschaft und mit dem Mountainbike downhill. Gut für den eiligen Touristen oder für den, der die durch Roadblocks verlorene Zeit wieder hereinholen muss.
Zunächst fuhren wir mit einem Geländewagen zu beeindruckenden Felsformationen.
Anschließend ritten wir durch eine nicht minder beeindruckende Wildwest-Landschaft. Unser Guide war ein kaum 12 Jahre alter Junge. Das Reiten machte ihm sichtlich Spaß und Touristen zu führen ist sicher angenehmer, als auf dem Feld oder als Schuhputzer zu arbeiten. Trotzdem war es Kinderarbeit. Verstärkt wurde mein ungutes Gefühl durch ein enormes Trinkgeld, dass ihm die anderen der Reisegruppe gaben. Wenn der Sohn am Ende des Tages mit mehr Geld nach Hause kommt, als der Vater, dann wird dieser sich sicher überlegen, ihn die Schule besuchen zu lassen.
Während wir ausreiten waren, hatte unser Guide die Autos getauscht. Wir stiegen nicht mehr in den ursprünglichen Jeep ein, sondern in einen Kleinbus mit Mountainbikes auf dem Dach. Mit ihm fuhren wir ein paar Kilometer aus dem Ort, auf der selben Straße, auf der wir morgen zum Salar de Uyuni fahren sollten. Über 17%thinsp;km rasten wir mit den Rädern 600 Höhenmeter downhill. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Death Road bei La Paz.
Völlig platt von dem langen Tag erreichte ich das Hotel.
Nach einer Sockennotstandsbeseitigung schlief ich sofort ein. Hoffentlich sind sie bis morgen trocken!
Reisetipps
Hotel Mitru, Av. Chichas 187, Tupiza, Tel.: +591-26943001, Email: hotelmitru@tupizatours.com - wohl das beste Hotel am Platze (ohne dass ich die anderen gesehen habe). Sehr dürftiges Frühstück. Es gibt einen einzelnen Computer mit brauchbarem Internet, eine Wifi-Verbinung war nicht möglich.
Das Büro von Tupiza Tours ist im gleichen Gebäude.
Tupiza Tours - sehr guter Touranbieter. Im Büro wird perfektes Englisch gesprochen, die Guides sprechen aber – wenn überhaupt – nur gebrochenes Englisch.
Tupiza-Triathlon - ideal, wenn man nur einen Tag in der Gegend ist. Verschiedene Anbieter, 200 Bs bei Tupiza Tours.
Geldautomat - am Hauptplatz gibt es seit neuestem einen solchen der Banco Union
. Wirklich darauf verlassen würde ich mich nicht, aber als Rückfall gibt es noch zwei weitere Banken, bei denen man Cash in Advance bekommt. Salzsee-Touren kann man oft am Ende der Tour in Uyuni bezahlen. (Informationen aus dem Internet, ich selber hatte genug Bargeld dabei.)